Norbert's Motorrad-Seiten


BMW R1100 RS

1995 stand ich mal wieder vor der schönen Situation mir ein neues Motorrad leisten zu können. Da es von meinem damaligen Wohnort (Wolfsburg) immer erstmal eine Stunde dauerte um in Motorradfreundliche Umgebung zu kommen, sollte es eine Motorrad sein, welches neben zügiger Fahrweise auch einen gewissen Kompfort ermöglichen sollte.

In dieser Zeit wurde recht viel über das neue System "Telever" geschrieben. Obwohl ich bis dahin eine gewissen Abneigung gegen BMW-Motorräder hatte, habe ich mich zu einer Probefahrt durchgerungen.
Fazit der Probefahrt: Ich war schwer beeindruckt vom Telelever. Noch nie bin ich ein Motorrad gefahren, welches sich so easy auch auf schlechten Straßen bewegen lies. Da beim Telelever auch beim Bremsen der volle Federweg erhalten bleibt, ist das Hineinbremsen in Kurven total easy.

Ich habe die BMW nach langem Überlegen mit ABS gekauft. Lange überlegt habe ich, weil ich viele Jahre auch ohne ABS klargekommen bin und so ein ABS ja auch ein gewissen Gewicht mit sich bringt.
Obwohl das ABS an der BMW einen Mangel hat, kann ich ein ABS (auch das der BMW) sehr empfehlen.
Zuerst zum Mangel: Das ABS der BMW macht beim Blockieren relaitv weit auf. Das hat zur Folge, dass unnötig Bremsweg verscheckt wird. Ich bin mehrfach in folgende Situation geraten:
Ich fahre zügig auf eine Kreuzung drauf zu und bremse kräftig (keine Vollbremsung). Unmittelbar vor der Kreuzung ist ein kleiner Absatz in der Straße. Bei einem Motorrad ohne ABS würde in einem solchen Fall das Vorderrad ganz, ganz kurz blockieren (kurzes Quitschen des Reifens) und das wars. Man hält da wo man auch halten wollte. Anderes beim ABS der BMW. Beim Absatz blockiert das Rad nicht, sondern das ABS greift (soweit ja auch ok), aber es dauert leider 1-2m, bis die Bremse wieder zupackt. Konsequenz: Ich stand anfangs mehrfach mit dem Vorderrad in der Kreuzung, statt vor der Kreuzung.
Das war der Mangel, welche aber durch enormen Sicherheitsgewinn an anderer Stelle mehr als Wett gemacht wird. So hätte ich es nie für möglich gehalten, welche enorme Verzögerung bei Nässe oder gar auf nassem Kopfsteinpflaster noch möglich ist. Auch wenn man richtig schnell unterwegs ist, kann man vor Kurven einfach voll in die Bremse langen, ohne Angst vor einem blockierendem Vorderrad haben zu müssen, bloss weil vielleicht ein paar Sandkörner auf die Straße geraten sind.