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Müssen moderne Motoren streng nach Vorschrift eingefahren werden?
Moderne Motoren haben eigentlich nur noch wenige Teile, welche wirklich eingefahren werden
müssen. In erster Linie sind dies die Kolbenringe. Diese brauchen tatsächlich noch eine
Einfahrphase bis sie wirklich genau an den Zylinderwänden anliegen. Solange die
Kolbenringe noch nicht sauber anliegen, können a) Verbrennungsgase vorbeizischen (was
fast wie ein Schweißbrenner wirkt) und b) die Wärme des Kolbens kann noch nicht
abgeführt werden.
Im Extremfall könnte dies zum Motorsterben führen. In der Praxis rächt sich dies eher
durch hohen Ölverbrauch und schlechte Leistung.
Nach ca. 50km sind Kolbenringe eingefahren! Somit ist die Einfahrphase eigentlich abgeschlossen. Allerdings würde ich vor dem ersten Öl noch vorsichtig sein.
Wenn man dies nun weiß, so ist eigentlich klar, wie man einen Motor einfahren muß. Es
muß vermeiden werden, daß der Motor sehr heiß wird (Betriebswarm ist natürlich ok! Ja
sogar unbedingt erwünscht). Also sind Autobahnvollgasfahrten genauso falsch wie
untertouriges Bergauffahren.
Richtig fährt man ein, wenn der Motor möglichst mit wechselnden Drehzahlen bewegt wird.
Dabei braucht man sich nicht(!) an die exakten Drehzahlgrenzen zu halten, welche vom Werk
vorgegeben sind. Diese dürfen ruhig mal überschritten werden (z.B. beim Beschleunigen).
Ideal sind daher kurvige Landstraßen, wo man ohnehin mit wechselnden Geschwindigkeiten
und Drehzahlen fährt.
Bis hier war es, soweit mir bekannt, objektiv. Jetzt kommen meine subjektive Regeln dazu, mit
welchen ich bisher sehr gute Erfahrungen (niedriger Ölverbrauch, gute Leistung) gemacht habe:
Die ersten 100km das Motorrad setze ich mir eine Drehzahlgrenze bei ca. 2/3 der Maximaldrehzahl. Danach erlege ich mir keine Drehzahlgrenze mehr auf. Allerdings vermeide ich Vollgasfahrten vor dem ersten Ölwechsel. Nach diesem belaste ich den Motor in jeder Beziehung voll.
Generell ist es natürlich wichtig für fließende Übergänge zu sorgen. Also immer alles
langsam steigern.
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